Dengue-Fieber

Verbreitung von Dengue und seinem Vektor, der Aedes-Mücke 2006 Bildnachweis: Dr. Gary G. Clark aus: "Dengue: An emerging arboviral disease" (im Auftrag des US Dept. of Agriculture)

Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die durch Stiche von Mücken der Gattung Aedes (neue Bezeichnung: Stegomyia, Vertreter sind Aedes aegyptii und Aedes albopicta, genannt "Tigermücke") übertragen wird. Dengue ist sehr verbreitet (siehe Karte) und findet sich auch in beliebten Pauschalreiseländern wie z.B. Thailand.

Asiatischer Tiger-Mosquito Stegomyes albopicta beim Beginn der Blutmahlzeit. Bildnachweis: James Gathany, CDC

80% der infizierten Patienten zeigen keine oder wenige Symptome, in einigen Fällen kommt es, und zwar insbesondere dann wenn früher bereits einmal ein Dengue-Fieber durchgemacht wurde, zu schwersten Verläufen, insbesondere das Dengue hämorrhagische Fieber. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 4-7 Tage (mindestens 3, maximal 14 Tage). Die typische Symptomatik ist einer Virusgrippe sehr ähnlich: plötzlicher Beginn mit hohem Fieber und sehr starken Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, manchmal auch Magen-Darm-Beteiligung. Es kann zu einem mehr oder weniger ausgeprägten masernähnlichen Hautausschlag kommen, bisweilen auch sogenannte Petechien: kleine rote Pünktchen in der Haut.


Bisher ist keine spezifische Therapie und auch keine Impfung verfügbar, weswegen in Endemiegebieten konsequentem persönlichem und räumlichem Insektenschutz eine besonders hohe Bedeutung zukommt!



Bild: Autoreifen, mögliches Reservoir für Moskitos Gelagerte Autoreifen: mögliche Brutstätte für Moskitos (Bildnachweis: cc-Lizenz)

Vorbeugung: Meiden Sie die Nähe stehender Gewässer, in denen die Mücken brüten. Tigermücken stechen vorwiegend in der Dämmerung und stammen meistens von Pfützen oder stehendem Wasser aus der näheren Umgebung, z.B. Wasser in alten Autoreifen, Kanistern etc. Sie gelten als vorsichtige Anpirscher und bevorzugen die bodennahen Hautzonen von unbewegten Menschen. Lange Kleidung ist daher insbesondere am Abend zu empfehlen. In Wäldern, Feuchtgebieten etc. finden sich auch Mückenarten, die aggressiver und auch bei Tage, z.T. auch bei Sonnenschein stechen. Die Regenzeit ist generell eine ungünstige Zeit für Besuche ländlicher Regionen. Schützen Sie sich konsequent mit Repellants: Die weltweit verbreitetste Substanz ist Diethyltoluamid (DEET) zum Auftragen auf die Haut, verfügbar sind Sprays, Lotionen und Cremerezepturen. Eine Alternative stellt Icaridin (Bayrepel) dar, das vor allem in Deutschland hohe Marktanteile besitzt, im Reiseland aber möglicherweise nicht verfügbar ist. Ergänzend empfiehlt sich die Imprägnierung von Tropennetzen und Außenkleidung mit Permethrin (verfügbar in Apotheken und bei Reiseausstattern, teilweise auch per Internet). Permethrin hält, einmal aufgetragen und getrocknet, für etwas drei Wäschen eine wirksame Konzentration in der Kleidung und wirkt abschreckend, in hohen Dosierungen auch tödlich für Mücken. Wenn Ihnen eine Klimaanlage zur Verfügung steht, kühlen Sie Schlafräume auf mindestens 16°C herab, bei dieser Temperatur fliegen Mücken in der Regel nicht mehr.

Bild: Kastennetz zur Moskitoabwehr Kastennetz zur Moskitoabwehr. (c) Pierre Virot, WHO

Wenn die Klimatisierung durch Fenster stattfindet, richten Sie einen Ventilator nach außen (diesen Tip habe ich von einer Familie erhalten, die an der Elfenbeinküste wohnt, allerdings zuätzlich auch reichlich ein Insektizid deutscher Produktion im Kinderzimmer einsetzt und damit gute Erfolge hat) und bringen nach Möglichkeit ein engmaschiges imprägniertes Moskitonetz an. Da das konsequente Einnebeln von Schlafräumen mit Insektiziden selten möglich bzw. erwünscht ist (wirksam ist's schon...), hat sich der Einsatz von Pyramiden- oder Kastennetzen über den Betten bewährt, sie halten die verschiedensten Besucher vom Bett fern, das Netz muß aber unter der Matratze umgeschlagen werden und sollte nicht direkt an der Haut anliegen, weil ansonsten durch die Maschen gestochen werden kann.


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